Donnerstag, 14. April 2016

Gastbeitrag Anna Schmidt - Hufteam Hessen

Gut zu Huf

Wie bekommt mein Pferd gesunde Hufe? Wie erhalte ich die Hufe gesund? Und woran erkenne ich überhaupt gesunde Hufe?
Um diese Fragen zu beantworten müssen wir zuerst in die Anatomie und Physiologie der Hufe reinschauen.


Die Hornkapsel schützt die inneren Strukturen vor äußeren Einflüssen wie ein Schuh.
Beim Laufen spreizt sich der Huf und zieht sich wieder zusammen; der Hufmechanismus. Das Pferd benötigt diesen, da das Herz im Verhältnis zum Körper zu klein ist und das Blut nicht allein aus den Hufen hoch saugen kann ohne auf Dauer Schaden zu nehmen. Die Eckstreben begrenzen diese Weitung des Hufs und der Strahl sowie die Strahlfurchen dienen als Dehnungsfuge. Da die Sohle beim Weiten des Hufes abflacht ist sie konkav gewölbt.
Die weiße Linie ist die Verbindung zwischen äußerer Hornkapsel und innerem Hufbein (Knochen). Man kann sie sich wie einen Reißverschluss oder Klettverschluss vorstellen. Sie wird auch Hufbeinaufhängung genannt, da das Hufbein nicht einfach in der Hornkapsel steht, sondern in der Hornkapsel aufgehängt ist. Eine gesunde weiße Linie ist eng!
Das Horn besteht aus Hornröhrchen. Man kann sich diese wie eine Spiralfeder vorstellen. Je enger (komprimierter) die Windungen dieser „Spiralfeder“ sind, desto widerstandsfähiger ist der Huf.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ein gesunder Huf wie folgt aussieht:



  • glatte Hornwand, ohne Ringe und Risse
  • Zehen- und Trachtenwand stehen im (annähernd) gleichem Winkel zueinander
  • ausgeprägter Ballen und Strahl
  • Sohlengewölbe
  • enge, weiße Linie
  • insgesamt erscheint der Huf kurz und kompakt


Erreichen und Erhalten kann man dies, indem man dem Pferd 24h uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit (Offenstall, Paddock Trail, Aktivsstall,…) auf verschiedenen Bodenverhältnissen bietet (Kieselsteine, Sand, Gras, Schotter, Naturboden,…), das Pferd rauhfaserreich und zuckerarm ernährt, dem Pferd uneingeschränkten Sozialkontakt zu Artgenossen bietet, bedarfsgerecht Mineralien zufüttert.
 Diese Faktoren sind um einiges wichtiger als eine gute Hufbearbeitung!
Horn muss genauso trainiert werden, wie Muskeln oder Kondition.

Der Huf produziert Horn für die Bodenverhältnisse auf denen das Pferd die meiste Zeit des Tages verbringt. Sprich, wird das Pferd überwiegend auf weichem Boden gehalten, ist das Horn eher weich. Wird das Pferd auf harten Böden gehalten, ist das Horn eher hart.

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