Mittwoch, 4. November 2015

Geschickt eingefädelt


Wie viele andere Hobbyschneiderinnen, schaute auch ich gestern die neu gestartete Nähshow "Geschickt eingefädelt". Zuerst ganz begeistert von der Idee und mit der Hoffnung auf Inspiration und der Neugierde, wie man Nähen wohl als Show ausarbeiten kann, schaltete ich also eine halbe Stunde zu spät ein. Gut verfügt mein Fernseher über die Replayfunktion, denn so konnte ich alle Werbeblöcke überspulen.

Was mich freute war, dass alle Kandidaten fair dargestellt wurden, es gab keine Provokationen, zur Schaustellungen von Fehlern, Zickereien oder Dummheiten.
Die Kandidaten wurden offensichtlich so ausgewählt, dass alle Arten des "Weshalb-ich-nähe" abgedeckt waren. Ein wenig wunderte es mich aber doch, dass es tatsächlich keine der bekannten Nähbloggerinnen in die Show geschafft hatte. Dafür aber viel Wischi-Waschi-Gerede-Wir-haben-uns-alle-lieb.

Doch schon die erste Aufgabe mutete mir arg verstaubt an. Es galt einen Bleistiftrock nach Schnitt und Anleitung umzusetzen...ehrlich? LANGWEILIG! Da die Kanditaten auch nur eine recht begrenzte Zeit zur Verfügung hatten, blieb natürlich sämtliche Kreativität auf der Strecke. Mit schulmeisterlichen Blicken wurden dann die Nähte geprüft und der Saum musste aufwändig per Hand vernäht werden. schöne Stoffe sah ich in keinem der Regale.

Als zweites Nähprojekt wurde ein altes Herrenhemd upcyclet und hier sollte die kreative Ader der Kandidaten zum Ausdruck kommen, aber alles, was bei mir zum Ausdruck kam war: Hier wird genau das veraltete Bild des Nähens gezeigt, weswegen einst die Frauen aufhörten zu nähen. Akkurates Nähen nach strenger Anleitung und langweilige Stoffe, die zu rein gar nichts einladen.

Es wurde einfach keine Freude vermittelt.  Vielleicht macht es der Einen unter 100 Lust alte Opa-Hemden zu recyclen, aber der Grund, weshalb so viele Frauen wieder nähen ist doch auch, dass die neuen Stoffe so wunderbar einladend sind, dass einem schon beim ansehen 100 Ideen durch den Kopf gehen.

Als ich vor 15 Jahren in der Schule zu nähen lernte war der einzige Fokus der Arbeit auf der möglichst exakten Ausführung der Nähschritte. Einerseits verständlich, denn an irgendetwas muss man eine Note ja fest machen, andererseits war das ein reines Handwerk und hatte nichts mit Freude oder Kreativität zu tun. Die Stoffauswahl in dem kleinen Nähgeschäft im Ort war so beschränkt und wurde offensichtlich nur für Frauen jenseits der 60 produziert, dass ich mich für den Stoff schämte, den ich zum Verarbeiten bekam.

Auch in den kommenden Jahren versuchte ich immer wieder mir eigene Kleider zu nähen. Führte ich mein Kleidungsstück jemanden vor, war der erste Griff an den Rocksaum, um meine Nähte zu kontrollieren und mir dann meistens mitzuteilen, dass sie nicht sonderlich ordentlich wären.

Erst einige Zeit später, nach der Geburt meines ersten Sohnes, (gut ich gebe zu, ich habe doch recht jung Kinder bekommen), endeckte ich Nähblogs und den, sich leise andeutenden, Nähtrend im Internet. So war es für mich massgeblich Farbenmix, deren Stoffe, Schnitte, Plotterbilder und Webbänder, die das Nähen zu dem geführt haben was es heute ist: individuell und voller Schaffensfreude.

Wenn ich mir die Werke anderer Blogger, Näherinnen und Mütter ansehe fallen mir einige Gemeinsamkeiten auf. Die meisten fangen in der Elternzeit an zu nähen, sind junge Mütter, die das individuelle lieben, nicht das im Laden finden, was sie gerne kaufen würden, merken, dass kreatives Schaffen unendliche Entspannung bringt, dass das fertige Stück einen voller Stolz erfüllt und einen Glücklich macht. Viele empfinden nach dem Nähe wirklich Glück, keinen kurzweiligen Spass, sondern das wonach alle suchen: Zufriedenheit.

Und dann knallt uns die Jury ihre Meinung dazu hin! Achtung: Ne Naht passt nicht exakt auf eine Andere!
Das ist, als ob einem Kind sein Luftballon mit einer Zigarette zerplatzt wird.

Schon allein die Idee, aus Nähen einen Wettbewerb zu machen, ist für mich wie ein Wett-Wellnessen.
Ja, ich finde durchaus, dass man Endprodukte in einen Wettbewerb schicken kann, aber den Weg dahin noch als Wettbewerb zu verpacken, ist für mich das reinste Grauen. "Nähen" und "Show" sind für mich Sachen, die beinahe gegensätzliche Gefühle hervorrufen.

Ich will nicht sagen, dass es unwichtig ist, wie genäht wird, oder dass ich es genissen würde 10 Langarmshirts auf einmal zu zuschneiden. Der Fokus soll nicht komplett auf dem Endprodukt liegen, sondern gleichermaßen in der Schaffenskraft aber diese soll auch wirklich Freude machen und nicht Angst davor etwas falsch zu machen.

Und noch etwas fand ich befremdlich: Es war die ganze Zeit die Rede von "Mode".

Aber nahezu jedes Teil, das ich in Facebookgruppen und Blog sehe, entspricht überhaupt nicht der derzeitigen Mode. Ja, es gibt Trends, aber niemand schert sich um Mode. Die Meisten nähen ja gerade, weil es eben dieses Kleidungsstück so nicht zu kaufen gibt. Oder weil die derzeitige Mode so figurunfreundliche Kleider herausbringt.
Ich finde es wichtig, sich von unnützen Konventionen zu lösen. Es ist nicht nötig modern zu sein. Ich darf ich selbst sein. Ich darf sagen, was mir gefällt, ob es nun modern ist oder nicht. Ich darf die Kleider tragen, die meiner Figur schmeicheln. Ich darf mich in Kleider wohl fühlen, die absolut unmodern sind. Und wenn wir das verstanden haben, werden wir auch endlich wieder für unsere Kinder, jenseits der Gr. 128 nähen dürfen.

Ich werde die nächsten Sendungen auch wieder versuchen zu schauen und bin gespannt, wie es weiter geht.
Und ausserdem bin ich auf eure Meinung zu der Sendung gespannt.

AnniNanni

Kommentare:

  1. Sehr gut geschrieben und wahre Worte!
    Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.
    Enttäuscht war ich weniger wegen den Aufgaben als viel mehr deswegen weil kaum etwas vom Nähen an sich gezeigt wurde! Das Upcyclen des Hemdes fand ich eigentlich als Aufgabe gar nicht so schlecht (ich steh auf Upcycling) aber das übertrieben Technische fand ich bescheuert. Immerhin sind dort Hobbynäherinnen am Werk - keine gelernten Schneiderinnen... Außerdem die Säume per Hand - fand ich in der sowieso schon knappen Zeit echt fehl am Platz. Und ich bin ehrlich: Ich hab noch nie einen Blindsaum genäht... Meine Säume werden immer mit der Maschine genäht (das geht gar nicht - laut Inge, geht aber sehr wohl in meinem Kleiderschrank)
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. mit dem Saum sehe ich es so wie Du...da tackere ich fröhlich mit meiner Nähmaschine rüber... ;-)

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  2. Vielen Dank!
    Ich empfinde das genauso. Ich finds auch befremdlich das ständig alle von "Hobbynähern" reden wo dort mindestens sie Hälfte seit Jahren gewerblich näht, eigenes Label inklusive, und auch davon lebt. Das ist für mich kein Hobby mehr....
    Bin selbst etwas enttäuscht und traurig, wie das alles dargestellt wurde - und vom nähen selbst hat man kaum was gesehen. Ich bleib wohl beim englischem Format, das zwar ähnlich aufgebaute ist, jedoch etwas mehr tiefe hat.

    LG Ela

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  3. Du schreibst wirklich einen sehr interessanten Standpuntk zur Sendung! Ich kann dir jetzt eigentlich in allen Punkten zustimmen. Ich habe bereits alle britischen Sendungen gesehen und die waren haargenauso - für mich waren die Sendungen immer ein Anreiz selbst exakter zu arbeiten und nicht so wischi-waschi.... aber ob die Sendung in diesem Format die "Ich näh mal eben eine Pumphose und haste mal n Schnitt for free" - Näher anspricht, wage ich auch zu bezweifeln. Und zum Thema wer ausgewählt wurde... ich nicht ;) denn ich war in Berlin beim Casting, welches schon letztes Jahr im Sommer stattfand.

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  4. Danke! Besser hätte man es nicht schreiben können!

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  5. ich bin auch gespannt wie es weiter geht.Leider ist Katja schon raus, die hätte uns bestimmt noch Herzen in die Augen gezaubert. Aber in einem muss ich Dich korrigieren, eine Dame davon hat sehr wohl einen Blog. Und ich habe sie auch schon auf einem Blognähtreffen kennen gelernt. http://www.crafteln.de/ .
    gglg Aline

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    1. Ella von Ellamara.de hat auch einen Blog.
      Wenn Du mehr von beiden wissen willst, interessiert Dich vielleicht der Podcast mit den beiden:
      http://nahtzugabe5cm.blogspot.de/2015/04/podcast-nr-7-mit-ella-von-ellamarade.html
      http://nahtzugabe5cm.blogspot.de/2014/11/podcast-no2-mit-frau-crafteln.html
      Lieber Gruß,
      Muriel

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    2. Oder die Interviews mit allen an der Sendung beteiligten? http://blog.swafing.de/tag/geschickt-eingefaedelt/

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  6. für mich ist beim Nähen auch der Weg das Ziel... unter Zeitdruck ginge gar nicht... einen Bleistiftrock vermisse ich auch nicht in meinem Kleiderschrank und bei dem Hemd dachte ich auch...oweh... was würde ich daraus machen...

    dennoch schaue ich mir auf alle Fälle alle weiteren Folgen an... schade fand ich schon, dass das "Manga-Mädchen" ausgeschieden ist, auf ihre kreativen Ideen wäre ich sehr gespannt gewesen...

    LG Andrea

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  7. Ich hab die Sendung nicht gesehen (habe keinen Fernseher), aber ich fand den Wettbewerbs-Charakter schon im Vorfeld befremdlich.
    Wie du schreibst, soll es beim Nähen doch um Kreativität und die Freude am Tun gehen und das kann man doch nicht miteinander messen!

    Liebe Grüße,

    Tabea

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  8. Ich bin ganz deiner Meinung. Ich hatte mich sehr auf die Sendung gefreut. Vor allem wo alle so von der englischen Vorlage geschwärmt hatten (habe ich leider nie gesehen). Ich fand die Sendung, dann mehr als fad und bin am Ende dann vor dem Fernseher eingeschlafen. Ich sehe grundsätzlich nicht sehr viel fern, und sah mich wieder einmal bestätigt, dass es klüger gewesen wäre die Zeit anders zu nützen.
    lg
    Anja

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  9. Ich wundere mich etwas - ob jemand "bekannt" ist oder nicht, liegt doch sehr an der eigenen Filterblase, in der man sich bewegt... Dass man auf technische Korrektheit und ein gewisses Niveau achtet, finde ich nur gut, schließlich wird da nicht irgendwer gesucht, der munter irgendwas (dehnbares, das Fehler verzeiht) zusammentackert, sondern Deutschlands beste_r Hobbyschneider_in. Und auch Präzision und ein technisch gelungenes Stück können Spaß und Stolz bringen - vielleicht sogar gerade deswegen!
    Es war eine öffentliche Ausschreibung, alle haben sich aktiv dort beworben (was auch jede_r der hier angesprochenen anderen (Mami)-Blogger_innen hätte tun können.
    oT aber trotzdem zu erwähnen: dass einer nähenden Mama im Bezug auf Kind und Luftballon eine brennende Zigarette vor einer Nadel einfällt, finde ICH ziemlich schräg btw..

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  10. "...das Nähen zu dem geführt haben was es heute ist: individuell und voller Schaffensfreude."
    Dem zweiten Teil hier stimme ich völlig zu. Individuell muss aber nicht bunt und farbenmix sein. Und für mich zählt auch Akkuratesse dazu, ich mag meine Säume liber von Hand genäht und mit Blindstich. LG

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  11. Danke für dein Feedback zur Näh-Show. Ganz besonders spannend finde ich, dass durch deinen Beitrag deutlich wird, dass es tatsächlich so etwas wie Nähen 1.0 und Nähen 2.0 gibt, obwohl ich das nicht als "entweder oder" sehen würde. Genau wie du denke ich, dass die Firma Farbenmix in Deutschland in großartiger Weise dafür sortge, dass eine neue Nähkultur entstanden ist, die die Freude über den Spaß stellte und damit vielen Menschen überhaupt möglich machte, sich selbst zu erlauben, etwas zu nähen. Nach meiner Beobachtung gibt es deswegen kein "entweder oder", weil ich glaube, dass es im Laufe der Näherfahrung dann ganz von selbst das Bedürfnis kommt, präziser oder besser zu nähen. Für die einen macht sich das am Handsaum fest, für die anderen an der besseren Passung. Vielleicht liegt es auch manchmal daran, für welche Lebenssituationen genäht wird, denn je nach Beruf oder Aufgabe, unterscheiden sich die Ansprüche an Material und Stil.

    Ich freue mich jedenfalls, dass Nähen im TV ist, denn ich wünsche mir, dass noch viel mehr Menschen erfahren, wie großartig es ist, Kleidung zu nähen. In meinen Augen ist das Wettbewerbsformat auch nicht erste Wahl, weil ich, wie du befürchte, dass die hohen Ansprüche eher abschreckend wirken können. Aber vermutlich war so eine Castingshow das einzige, was sich Fernsehmacher überhaupt zum Thema Nähen vorstellen konnten und ich hoffe sehr, dass das nur der Anfang ist und dann noch mutigere Special-Interest-Formate folgen.
    Viele Grüße
    Meike

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  12. Nun ja, das Thema Nähen ist ein weites Feld. Wie weit, sieht man schon allein daran, dass Näh-Bloggerinnen aus dem Umfeld des MeMadeMittwoch dem „Farbenmix-Kinderkleidung-Spektrum“ kein Begriff sind.
    Natürlich könnte man das Thema auch anders angehen; z.B. Einzelportraits, Nähkränzchen, Tutorials/Workshops etc.. Wäre sicherlich kuscheliger, ohne fiesen Wettbewerbscharakter, evtl. informativer/lehrreicher. Aber Vorbild ist nun mal die britische Sewing Bee. Und die deutsche Version läuft bei dem werbe-/einnahmeorientierten Kommerzsender Vox und nicht bei 3SAT/Arte oder in den dritten Programmen.

    Und nun stell Dir mal vor, die rein handwerkliche Qualität aller Beteiligten äußerte sich auf dem Niveau von Katjas Rock oder gar darunter. Was würde das mit dem Hobby Nähen und den KandidatInnen in der breiten TV- und Medienöffentlichkeit machen?

    Die Häme auf den einschlägigen Portalen mag ich mir nicht vorstellen. Das bisher erkennbare Bemühen, die TeilnehmerInnen eben nicht vorzuführen, würde pausenlos konterkariert werden. Amateur-Nähen ganz generell würde abgewertet werden. Das würde auch ganz konkret auf Dich zurückfallen, wenn Du mit Selbstgenähtem auf die Straße gehst. Ganz egal, wie bunt oder kreativ und individuell Dein Schaffen ist. Die Basis des Nähens ist nun mal Handwerk. Und das wird in dieser Sendung tatsächlich ernst genommen. Für einen Privatsender ( und das was in anderen Casting Shows sonst so abgeht) ist das eine kleine Sensation.

    Im übrigen finde ich es durchaus spannend, aus einem simplen Bleistiftrock ein attraktives Kleidungsstück zu gestalten, genauso wie das Upcycling Projekt jede Menge Potential hat, und der Gedanke der Nachhaltigkeit vor Stoffverschwendung Respekt verdient.
    En detail ließe sich sicherlich manches anders realisieren, nach der ersten Sendung mit Schwerpunkt auf Vorstellung der KandidatInnen ist aber noch kein ultimatives Urteil möglich. Unterm Strich vertrittst Du mit Deiner Meinung hoffentlich nur einen kleinen Bruchteil der Nähgemeinde. Ich für meinen Teil habe höhere Ansprüche an mich selbst und empfinde den seriösen Ansatz der Sendung als Fortschritt, auch wenn das leider kein Straßenfeger werden wird.

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  13. Was ich besonders schade fand, war, dass die meisten der Kandidaten ihren Rock gar nicht hätten anziehen können. Sei es wegen falscher Größe oder falschem Geschlecht. Zudem ist dieses nähen unter Zeitdruck auch nicht meins. Also unterm strich realitätsfern.

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  14. Zu Deiner Kritik hinsichtlich der Näh-Qualität der Teilnehmer „Ne Naht passt nicht exakt auf eine Andere!”, ich finde es genau richtig, dass die Leute ausgesiebt werden, die in dem Format nicht sauber nähen und ein Augenmerk darauf gelenkt wird. Warum? Zunächst geht es bei GE ja nicht um eine „wir lernen gemeinsam im TV nähen”-Format, sondern darum aus einer Teilnehmermenge die Person zu wählen, die eben perfekt nähen kann. Dass da Spaß dabei ist, bei dem was sie tun, setze ich voraus – es wäre sonst nicht ihr Hobby. Und es gehört für mich dazu Nähte sauber zu setzen und Muster möglichst professionell aufeinander in der Naht abzustimmen. Ich bin auch kein Profi aber ich hätte z. B. bei dem Flanellrock darauf geachtet, dass das Muster vom Bund auf das vom Rock trifft. (Habe ich nämlich von Lady Ann in TGBSB gelernt. ;-) ) Das ist für mich Professionalität auch beim Laien. Und ich bin sicherlich keine Näherin die super schöne Nähte abliefert, da fehlt mir halt auch die Übung (Ich hatte keinen Nähunterricht in der Schule.)

    Gerade wenn man die britische Vorlage kennt vom Format, dann weiß man, dass da noch Nähaufgaben kommen, die sich wirklich gewaschen haben. Wer da jetzt schon nicht gute Nähte setzt oder mit der Nähmaschine möglichst sicher ist, wird ein Problem bekommen.

    Ich fand übrigens gar nicht, dass das Thema „Mode” so vorrangig im Fokus stand der ersten Sendung. (Zumal sich der Begriff ja nicht alleine auf Kleidung bezieht). Eher fand ich den Fokus tatsächlich schon auf Stoffe und deren Variation gelegt.

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  15. Ich möchte noch anfügen: Warum sollte es sich widersprechen, etwas, das man zur reinen Entspannung betreiben kann, auch im Wettbewerb zu tun? Wieviele Leute joggen, gemütlich oder flott, ohne jemals auch nur einen Gedanken an einen Wettlauf zu verschwenden ... und andere laufen regelmäßig Marathons.

    Außerdem ist Nähen etwas durchaus Strukturiertes, sogar ein veritables Handwerk mit langer Tradition und einem sehr breiten Wissensschatz. Um Kenntnisse und Erfahrung abzurufen, ist ein Wettbewerbsformat sehr wohl geeignet. Was übrigens, auch wenn es für Viele nicht unmittelbar intuitiv ist, auch für Design gilt. Es gehört zu den schwierigsten Dingen überhaupt, eine brillante und umsetzbare Idee aus dem Stand zu produzieren, aber es ist machbar, wenn man das entsprechende Talent, gepaart mit viel fachlichem Können und Erfahrung hat. Für eine Hobbyschneiderin nicht zwingend nötig, für den professionellen Designer schon. Das amerikanische Format "Project Runway" lebt genau davon - sehr inspirierend.

    Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass ein Rocksaum immer mit Blindstich genäht sein muss. Es kommt ganz auf Stoff und Modell an. Manchmal will ich eine sichtbare Naht, manchmal nicht. Das ist letzlich ein Designelement wie jedes andere - aber was man macht, sollte handwerklich gut gemacht sein. Sogar ziehende Nähte sind erlaubt, wenn aus dem Gesamtkonzept erkennbar ist, dass die so sein sollen. Dann kann das richtig cool sein - man denke nur an die nach außen gekehrten Nähte von Comme des Garcons.

    Viele Grüße
    Ursula

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  16. Ich bin in einigen Punkten deutlich anderer Meinung.
    Es gibt doch nicht nur Hobbynäherinnen die eben schnell etwas "zusammentackern". Ich versuche mich bei jedem neuen Kleidungsstück zu verbessern und freue mich wenn ich etwas dazu lerne. Für mich ist es selbstverständlich dass die Nähte aufeinander treffen, alles andere würde ich nicht tragen und auch nicht meinem Kind anziehen. Und ein ordentlich genähtes Teil grenzt die Kreativität und Schaffensfreude doch nicht ein! Und je schöner es verarbeitet wurde, desto größer ist bei mir hinterher Stolz und Freud!

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