Donnerstag, 30. Juli 2015

eBook Softshelljacke

Im Probenähen für mein kommendes eBook, kam schnell die Frage auf, ob die Jacke denn auch aus Softshell genäht werden kann. 

Kann sie :)



Ich habe dazu noch doppelte Armabschlüsse gezeichnet. Innen Bündchen, aussen weiter Saum mit Klettverschluss (den ich verkehrt herum angenäht habe :))

Ausserdem statt Bündchen am Bauch, einen Gummizug. Ebenfalls in der Kapuze, die Absichtlich XXL ist.

Die Jacke sollte eine Gr. grösser genäht werden, falls der Stoff nur wenig oder gar nicht dehnbar ist. So passe ich zwar rein, aber ich würde sie gerne etwas lockerer haben. 

Es ist zwar etwas schade, dass es Softshell bisher fast ausschliesslich in Uni-Farben gibt, aber mit dem farbigen Beleg und dem bunten Kapuzenfutter, kann man die Jacke dann doch nicht recht individuell gestalten.

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ich mag euch noch kurz etwas zu den Grössen sagen und etwas über "Kaufgrössen" aufklären.
Ich höre immer wieder zu meinen Schnitten, dass sie klein ausfallen würden. Und nahezu jeden Tag wird in einem Nähforum gepostet, das irgendein Schnitt nicht grössengerecht ausfallen würde. Ich höre das gleiche über Ottobre, Burda, das Milchmonster usw.
Dazu muss ich folgendes sagen.
Ich, und viele andere Schnitthersteller, arbeiten mit gekauften Grössentabellen und Schnittkonstruktionsbüchern. Die Grössentabellen gehen aus Reihenerhebungen hervor. Das heisst: Da werden ein paar Tausend Frauen vermessen und die Durchschnittsmasse gebildet. Diese werden dann in Stufen unterteilt und das sind unsere Konfektionsgrössen.
In den meisten Fällen passt eine Frau nicht zu 100% in eine Grösse.
Als ganz einfaches Beispiel: In Masstabellen sind alle Frauen 167 cm gross. Auch die in Gr. 54.
Ich konstruiere nach diesen Massen. Da die Jacke locker sitzen soll, sind da natürlich Zugaben eingerechnet.
Der Schnitt kann nur passen, wenn ihr nach den, im eBook angegebenen, Masstabellen eure Kleider näht und gegebenenfalls auch abändert. Wenn ihr wisst, dass ihr 10 cm grösser seid als die Durchschnittsfrau, so solltet ihr eure Schnitte auch verlängern. Wenn ihr einen Brustumfang von Gr. 48 habt, aber einen Hüftumfang von Gr. 52, so wechselt ab der Taille abwärts in die grösseren Grössen.
Wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue, so liegen dort Kleider von Gr. 34 - 42. Ich passe halbwegs gut in die Durchschnittsmasse von Gr. 38 aber offensichtlich (und das ist auch ganz offiziell) konstruieren nicht alle Kleidergeschäfte nach den selben Massen. So machen sie oft eigene Tabellen. Wenn ich bei Takko einkaufe, brauche ich immer eine 34/36. Bei H&M kann es auch mal eine 40 sein. Und ausserdem kommt es auch immer auf das Kleidungsstück an. Hosen sind mir prinzipiell zu kurz, da meine Beine 7cm länger als der Durchschnitt sind. Ich trage also bei Hosen Langgrössen, obwohl ich in der Körperhöhe der Durchschnittsfrau entspreche.
Wenn ich also ins Geschäft gehe, gehe ich nicht mit Gr. 38 einfach an die Kasse, sondern nehme mit Gr. 36 -40 mit in die Kabine und kaufe einfach das, was mir passt.
So müsst ihr das auch beim Nähen sehen.
Es gibt nicht "die Kaufgrösse", es gibt nur eure Masse und den Weg dahin ein perfekt sitzendes Kleidungsstück zu nähen.
Zu Letzt noch eine kleine Geschichte und die Quintessenz:
Letztens nahm ich an einem Probenähen Teil. Die Kinderhose passte hinten und vorne nicht, ich vermass sie und stelle fest, dass sie überhaupt nicht mit den Massen aus meinen Tabellen übereinstimmten. Im Probenähen wurde die Hose aber total gelobt und dass sie eben zu gross sei, würde ja nichts machen, denn schliesslich wachse das Kind ja rein. 
Auf meine Hinweise hin wurde klar, die Schnittherstellerin hatte keine Ahnung von Schnitten. Sie hatte keine Tabellen und wusste auch nichts von solchen. Sie hatte einfach pi mal Daumen den Schnitt gezeichnet. Und im übrigen auch nur wenig verändert so veröffentlicht.
Für mich ist die Rückmeldung aus dem Probenähen sehr wichtig. Aber ich kann sie nur auswerten, wenn  die richtige Grösse genäht wurde. Da das nicht jeder weiss, ist es mir wirklich ein Anliegen über Konfektionsgrössen aufzuklären.
Also bitte, bitte, näht die Grösse, die aus dem eBook hervorgeht und ändert zur Not auch ab. 

Liebe Grüsse

AnniNanni

P.S. es lohnt sich zwar fast nicht mehr am Mittag noch bei Rums zu verlinken, aber ich tue es dennoch :)


Kommentare:

  1. Die Jacke ist wirklich riiichtig toll! Mir gefällt es gut, dass Unistoff mit etwas Muster kombiniert ist. Ich bin im Moment eh dem Jackenähen verfallen, da schaue ich mir das Schnittmuster auf jeden Fall genauer an :)
    LIebe Grüße, Fredi

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  2. Nicht nur tolle Jacke, ich hätte sie auch nen Tick weiter besser gefunden, auch ein interessanter Post. Vielen Dank.
    Schönen Tag noch,
    Petra

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  3. Liebe Anni,
    ich lese schon lange un"heimlich" bei Dir mit und bin schon ganz gespannt auf die Jacke. Die steht auf meiner Einkaufsliste ganz oben!
    Das ist wieder ein toller Beitrag! Mir geht das ewige gemecker, dass der und der Schnitt nicht größengerecht sei, so auf die Nerven. Nur weil Madame 1. zu faul zum messen und 2. zu faul zum denken ist. Gerade deswegen nähe ich doch, weil ich selbst bestimmen kann, wie gut etwas passt und wo ich etwas mehr oder etwas weniger Luft haben will... Zu faul zum messen bin ich zwar auch, aber es reicht zumindest zum auflegen eines gut sitzenden (und bereits entsprechend meinen Anforderungen geänderten) Schnittes ;o)

    LG Maren

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    Antworten
    1. Liebe Maren,
      Stimmt, es würde ja schon reichen, ein gut sitzendes Shirt oder einen Schnitt kurz aufzulegen.

      Vor zwei Jahren habe ich die "Martha" als erstes eBook genäht und war erst geschockt, dass ich eine 42 nähen sollte. Aber, es passte super gut und ich habe 8 Weitere genäht.

      Es ist halt nicht immer der Andere Schuld, wenn man unzufrieden ist.

      Liebe Grüsse Annika

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    2. Wie wahr!
      Und ich glaube, das ist das eigentliche Problem. Die Mädels gehen bei ABC einkaufen und habe IMMER eine Größe 38, das passt - mehr oder weniger, weil eigentlich ist es obenrum zu weit, dafür an den Hüften etwas eng. Aber was solls, Größe 38 passt IMMER.
      Nun nähen sie selber, messen im besten Fall und lesen in der Tabelle auf einmal sie hätten Größe 42. OH NEIN! DAS kann auf keinen Fall sein, sie hat doch IMMER Größe 38. Und 42, das klingt viel zu groß 38 hört sich einfach besser an. Das Mädel näht also Größe 38. Und oh Schreck! Es passt nicht!!
      Naja, kein Wunder, der Schnitt ist schließlich nicht größengerecht - was das Mädel sicherheitshalber direkt in mehreren Facebookgruppen kund tun muss. Kann doch nicht sein, dass sie Größe 42 hat...

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  4. Hi, ich gebe dir recht, aber es wäre schön wenn schon vor dem Kauf von Schnitten bekannt gegeben wäre nach welchen Maßen die Kleidungsstücke entworfen wurden. Leider hat man die Tabelle meist erst nach damit Kauf und dann ist es gerade in großen Größen zu spät, wenn es einfach nicht möglich ist nach oben aus zu weichen.... Darum fände ich es auch schön wenn die Probenäherinnen offen sagen würden: gekauft habe ich gr38 beim Schnitt hier ist es aber......
    Es ist ja kein Problem von einer 38 auf ne 40 zu wechseln oder den Schnitt ab zu ändern, aber wirklich in großen grössen wird man da sehr eingeschränkt......
    Liebe Grüße Silke

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