Dienstag, 7. April 2015

Wir heute so....

Ohne Moos nix los!

Auf die Plätze fertig MOOS!

Auf los, geht´s Moos!

 Von einem sonderbaren Osterbrauch unseres Dorfes, möchte ich 
euch noch schnell erzählen, bevor die Zeit weiter rennt.

 Es ist Karfreitag und auf der Wiese hinter unserem Haus, 
beginnen plötzlich drei kleine Menschen mit Haken und Rechen Moos zu "ernten".
"Hier her, Luise!", ruft mein großer Sohn und fährt eine kleine Schubkarre zu seinen 
Geschwistern.

Eine gefühlte halbe Stunde sind meine Kinder nun damit beschäftigt Moos zu zupfen
 und sind voller Euphorie. 

Nun fragt ihr euch, was hat Danni getan, dass ihre Kinder ihren Rasen
vertikutieren?

Es hat etwas mit dem Brauch zutun, der sich jedes Jahr 
in unserem schönen 800 Seelendorf zu Ostern wiederholt.

"Nesterbauen"

Am Samstag nach Karfreitag wird man Zeuge einer Kinderwanderung quer 
durch unser Dorf. Bepackt mit Tüten, Taschen, Bollerwagen
und kleinen Namensschildern.

Aus ihren Taschen quillt das Moos
 und es wird munter gesprungen
 und an jeder Haustür geklingelt.

Die Türen werden geöffnet und die Kinder beginnen einen Haufen Moos im Hausflur 
oder im Keller des Hauses zu verteilen. 
Dort türmt sich dann schon ein Mooshaufen neben dem Anderen.

Darauf liegen Schildchen mit

 "Anna"    "Emma"    "Tom"  
  oder   "Felix"

nun liegen dort auch mein "Fritz" , "Ferdi" und meine "Luise".
Wir grüßen freundlich und ziehen weiter in der Nachbarschaft.

Nun haben wir bereits alle Häuser in unserer Straße mit einem Mooshaufen beglückt
und hibbeln voller Vorfreude dem Ostersonntag entgegen.

Denn in der Nacht von Samstag auf Sonntag
 passiert nun die Magie.

"Ohhhhh", staunende Kinderaugen, wenn wir die Nester
am nächsten Morgen wieder einsammeln.
Hat doch tatsächlich der Osterhase in der Nacht alle Kellerfenster geöffnet und hat sich durch 
jeden Hausspalt gezwängt, um die vielen kleinen Mooshäufchen mit Eiern und Schokolade
zu bestücken.

Luises "Aurora" dürfte Osterhase spielen

"Danke lieber Osterhase!", bedanken sich meine Kinder freundlich und
sind eh man "Bitte" sagen kann, schon an der nächsten Haustüre und schellen.
 Nun mag man sich ausrechen, wieviele Nester unsere Sprösslinge an diesem Tage
zusammen getragen haben.

Pro Straßenseite 5 Häuser x 4 Kinder.
Also 10 Häuser x 4 = 40 Nester.

40 Osterhasen.
40 Eier.
40 mal Schokolade.

Hört ihre meine Bikinifigur um Gnade schreien?
Nein - ich nicht mehr. Die futtert gerade einen Schokohasen :-) 

Die vielen Eier sind schon in der Grünen Soße verschwunden, die man als echter
Frankfurter um diese Zeit essen MUSS.
Das ist auch ein Brauch, neben diesem wundervollen Nesterbau-Marathon
zum Osterwochenende :-)

Hat euer Dorf vielleicht auch einen eigenartigen Brauch zu dieser Zeit?
Weit und Breit sind wir nämlich damit die Einzigsten in dieser Region.


Die verwunderten Eltern. Von wem er wohl diese Farbe hat?

Über meine Erfahrung als Land-Ziegen-Hebamme berichte ich das nächste Mal :-)


<3 DanniHanni


verlinkt zu: Creadienstag (dieses dolle Dorf)









Kommentare:

  1. Lustiger Brauch! Hatte ich noch nie gehört.
    Lg Martina

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  2. Euer Brauch gefällt mir! Klingt richtig klasse - jenseits dieser Geschenkewelt!
    Gehört hab auch ich noch nie davon! Wir leben in einem 120 Seelen Dorf, dort geht man am Sonntag "Eiertrudeln", d. h. die Dörfler marschieren mit ihren Eiern zum nächsten Hügel und dort werden die Eier dann den Hang hinunter"getrudelt"!
    Mehr weiß ich aber auch nicht, denn ich muss gestehen - obwohl ich seit 21 Jahren und 3 Kindern (zu meinen bereits vorher vorhandenen Vieren) dort lebe, ich bin immer noch eine "Zugezogene"!
    Liebe Grüße aus der Uckermark - Andrea

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    Antworten
    1. Hallo Andrea. Lustigerweise sind wir auch Zugezogene. Aber erst seit guten sechs Jahren. Wir wurden von unseren Nachbarn sehr gut integriert, wie man hier feiert :) woher das Nesterbauen kommt, kann ich auch nicht sagen. Obwohl es mich interessiert, wann es begann. Vll stoß ich ja noch darauf.
      Das mit den Eierrollen habe ich auch mal gehört... oder Weitwurf... klingt aber auch urig. LG Danni

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